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In tropischen Ländern ist die Wasserhyazinthe trotz ihrer Schönheit vielerorts zu
einem bedrückenden Umweltproblem geworden, weshalb sie im Volksmund auch "die Wasserpest"
genannt wird. Auf den Gewässeroberflächen vieler Seen in den wärmeren Zonen der Erde bildet
sie dichte Matten und behindert damit die Schifffahrt, die Fischerei und den Reisanbau.
Andere Pflanzen und Tiere können neben ihr auf Dauer nicht bestehen, weil zu wenig Sonnenlicht
und Sauerstoff durch die Pflanzendecke dringt, wenn die Wasserhyazinthe ihren Teppich
über das Gewässer gebreitet hat.

Seitdem sie in den Seen und Flüssen Afrikas Fuß gefasst hat, breitet sie sich dort
nahezu ungehindert aus – und das mit beeindruckend hohem Tempo: In nur vier Monaten
werden aus einer Pflanze 600, das entspricht immerhin 470 Tonnen Biomasse pro Hektar.
Im Victoriasee in Afrika hat sich die Pflanze so schnell zum veritablen Umweltproblem
entwickelt – stellenweise sind die Matten aus Pflanzengewirr so dicht, dass man darauf
laufen kann!
Da das fortwährende Ausjäten vieler schnell nachwachsender Tonnen Biomasse aufwändig
ist und die chemische Keule auch anderen Pflanzen und Tieren schadet, setzt man
stellenweise den Rüsselkäfer ein, der die nützliche Angewohnheit hat, die Blütenknospen
der Wasserhyazinthe anzubohren. Die Pflanze wird so geschwächt und kann nicht weiter expandieren.
Allerdings ist das Einsetzen eines ebenfalls ortsfremden Insekts ökologisch nicht ohne
Risiko, also sucht man weiter nach Ideen und Methoden, der Pflanzenmassen Herr zu werden –
ein davon ist die Verwendung als Rohstoff und die Entwicklung marktfähiger Produkte
aus Wasserhyazinthe.
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